Aber nun funktioniert's wieder :-).
'Stehengeblieben' war ich in Paarnakajiit, und da bleiben wir auch noch eine Weile.
Einstweilen warten wir auf den Sonnenuntergang, und ich lerne einen großen Grundsatz von Paarnakajiit: geh niemals ohne Kamera aufs Klo!!
In Ermangelung anderer geeigneter Orte hat es sich bei uns eingebürgert, den Hügel hinauf an Holgers Zelt vorbei und dann noch so weit weiter zu gehen, bis man außer Sichtweite von Holgers Zelt ist... allerdings hat man dann einen wunderschönen Blick auf den Fjord und auch nach Norden auf die andere Seite der Halbinsel, was man von den Zelten aus nicht sieht, weil der Hügel dazwischen ist.
Ich mache den Fehler also auch nur einmal; mit einem "Hätt ich ja eigentlich besser wissen können..." komme ich vom Hügel zurück, bewaffne mich mit Kamera und stapfe den Weg gleich nochmal wieder hoch.
In der Nähe des Wegs Richtung Holgers Zelt stehen ein Kreuz und ein Steingrab, vermutlich liegt hier ein Fänger begraben. Wir wissen es nicht, natürlich steht nichts darauf.

Rechts ein altes Grab, vermutlich das eines Fängers
Das namenlose Grab trägt ein bißchen zu meiner Stimmung bei, daß Menschen in dieser Landschaft eigentlich ... ziemlich klein und nichtig sind.
Dazu kommt die Stille - wenn nicht gerade zufällig ein paar Vögel in der Nähe sind (es gibt hier nicht viele), sind die Eisberge und das Wasser die einzigen Dinge, die Geräusche machen. Andere Tiere gibt es nicht mehr, sobald die Insekten schlafen gegangen sind. Und sonst gibt es erst recht nichts, was Krach macht.

Blick über den Sermilik-Fjord... vom Weg zum 'Klo' aus
Und die Aussicht macht den weiten Weg zur 'Toilette' allemal wett.

Eisberge, Wasser, Wolken...

Blick Richtung Nordwesten

Aussicht vom 'Klo' aus nach Norden

Ich möchte bitte öfter so eine Aussicht haben.

Jede Menge Eisberge.

Die Sonne sinkt. Langsam.

Das Wasser im Fjord ist ganz ruhig.
Eisberge sind, so aus der Nähe, nicht ganz ruhig. Sie tauen vor sich hin und gluckern, außerdem knacksen und zischen sie oft leise.

Vor sich hin glucksende Eisberge
Mittlerweile bin ich wieder unten am Zelt, und wir warten auf den Sonnenuntergang.

Und wieder die Aussicht vom Zelt aus

Die Sonne steht schon tief...

...und der Sonnenuntergang rückt näher.
Durch die tiefstehende Sonne werden die Berge rot gefärbt, und die Eisberge haben irgendwie jede Minute andere Farben.

Tolle Farben!
Ich renne mit zwei Kameras zwischen Zelt und Hügel hin und her und weiß gar nicht, was ich eigentlich zuerst fotografieren soll.

Nochmal von weiter oben der Blick über den Sermilik-Fjord Richtung Norden
Überall sieht es jedenfalls toll aus.

Sonne
Zwischen dem Inlandeis und der Wolkenbank knapp darüber ist eine kleine Lücke, und ausgerechnet da zeigt sich jetzt die untergehende Sonne.

Was für ein Glückswetter!
Alle stehen, sitzen oder liegen irgendwo und fotografieren bzw. schauen sich das Schauspiel einfach nur an.

Beleuchtete Eisberge im Südwesten

Kosh knipst auch
In Koshs Hintergrund sieht man übrigens den Hügel, den ich dauernd rauf- und wieder runterwusele. Das Grabkreuz sieht man ein Stück rechts von dem Menschen auf dem Pfad, allerdings nicht gut.

Ranwen auf ihrem Fotoposten vor dem Zelt
Ich bin heilfroh, daß ich, was meine Fotoausrüstung betrifft, isländischen Grundsätzen gefolgt bin: Überlege, wie viele Filme du brauchst, und dann nimm doppelt so viele mit, dann kommst du grad so hin.
Ich habe sowohl meine optische Spiegelreflex im Einsatz wie auch die digitale "Kleine", aber die Bilder hier im Blog sind alle mit der digitalen Kamera gemacht worden. Bis auf den größeren Zoom der optischen merke ich zumindest kaum einen Unterschied zwischen den beiden.
Ich glaube, bei solchem Wetter und solcher Gegend kann man einfach nur schöne Bilder machen.

Die Sonne ist untergegangen...

... und hinterläßt ein grandioses Farbspiel.

Alle paar Momente sieht es wieder anders aus.

Von oben auf dem Hügel

Wow.
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